Pfarre Eibenstein

 

Das Wahrzeichen von Eibenstein ist die auf einem vorspringenden Felskegel gelegene Pfarrkirche. Im Kern romanisch, später gotisiert und schließlich mit einem barocken Turm versehen, besteht Eibenstein als Pfarrei seit mehr als 850 Jahren. 1153 bereits wurde Eibenstein als eine Pfarrei der Diözese Passau dem damals neu gegründeten Stift Geras zugeordnet (inkorporiert)D

 
 

Auf der Gegenseite zur Kirche, am anderen Thayaufer ragt eine Burgruine empor und trotzt allen Unbilden der Jahrhunderte und Witterung. Sie erinnert zugleich daran, dass die Thaya immer Grenzfluss war. Das Geschlecht der Eibensteiner starb im 16. Jahrhundert aus. Übrig geblieben ist noch die Erinnerung in verschiedenen Erzählungen an dieses Raubrittergeschlecht. Als Naturdenkmal kann der „Schreckenstein“ bewundert werden.

Zur Pfarre Eibenstein gehören, neben Eibenstein selbst, folgende Dörfer und Ortschaften: Primmersdorf, Reith, Trabersdorf, Unterpfaffendorf und Zabernreith. Diese Ortschaften bilden auch zusammen ebenso die Feuerwehr Eibenstein. Die Pfarrei zählt insgesamt 187 Angehörige.

 

Das Wappen ist ein ausgebreiteter gelber oder goldener Adlerflügel in einem quergeteilten, oben weißen, unten roten Schild, gerade aufgerichtet. Oben über einem gekrönten und geschlossenem Helm stehen zwei in weiß und rot über quer wechselweise geteilte Büffelhörner, jedes von außen mit 4 goldfarbigen Reiherfedern besteckt. Die Helmdecke ist mit Gold und Silber vermischt.

IN MEMORIAN 

Fridolin Angerer wurde am 8.2.1934 in Rottenbuch/Bayern geboren. Er besuchte das Benediktinergymnasium Scheyern und trat dort nach der
Matura als Novize ins Kloster ein. Nach den Studien der Philosophie sowie Orgel in Salzburg und Theologie in Rom, wurde er in Rom 1960 zum Priester geweiht. Im Jahr 1963 Pfarrer kam er ins Waldviertel und wurde dort Pfarrer von Eibenstein/Thaya.

Sechs Jahre später, 1969, trat Fridolin als mit dem Namen Joachim dem Prämonstratensterstift in Geras bei. Nebenher lehrte Mitbruder Joachim, mit Promotion in Theologie und Altphilologie, an der Universität Wien. Im Jahre 1986 wurde dieser zum Abt gewählt.

 

Rund um das Stift setzte Abt Joachim diverse Akzente und schuf Initiativen um die Region voranzubringen:

– Spendenaktion „Rettet die Grenzlandstifte Geras-Pernegg“ zur Finanzierung der Renovierungen von Stift Geras und Kloster Pernegg

– Kunst- und Hobbykursen im Stift Geras,

– Ausbau des Schüttkastens zum Hotelbetrieb

– Nutzung von Kloster Pernegg als Fastenzentrum

– „Klösterreich“ à eine Dachmarke und einen Verein zur Förderung der kulturellen und touristischen Aktivitäten der österreichischen Klöster und Stifte.

und zahlreiche weitere Punkte, die hier nicht aufgezählt werden können.

 

Rastlos unterwegs und kommunikativ, ideenreich und wortgewandt, in den Medien präsent, vernetzt in Politik und Wirtschaft, nie verlegen um ein Wort in Predigt und Vortrag, in Artikeln und Büchern, in Interviews und Konferenzen, von seinen Ideen überzeugt, durchaus auch streitbar, verfolgte er seine Ziele mit viel Kraft, hohem Einsatz und Tempo und – wie er selbst gerne sagte – „Tag und Nacht“.

Als Pfarrer war er 55 Jahre hindurch der Hirte der Pfarre Eibenstein, fand dort Heimat, wo er auch seine letzte Ruhestätte vorbereitete, um immer mit „seinen Eibensteinern“ verbunden zu bleiben. Auch hier, in Eibenstein, hat Abt Joachim Angerer Akzente gesetzt wie zum Beispiel das unvergessliche 850-Jahre-Eibenstein-Fest, sein Biker-Fronleichnam, aber auch diverse Renovierungen sowie die Errichtung des Lazarus-Schrägaufzuges.

Vieles, das Abt Joachim ins Leben rief, wuchs und brachte Frucht, anderes kam zu kurz oder bewährte sich nicht. Gemäß seinem Wahlspruch „nova et vetera“ war er stets auf der Suche nach Verlebendigung, frischem Schwung und nach Neuem.

Am 24.11.2019, gestärkt durch die Sakramente der Kirche, ist Abt Joachim Angerer dankbar und zufrieden von uns gegangen.

Wir Eibensteiner wollen festhalten: Die Reichweite seines Engagements war groß: Er hat viele Menschen, auch Fernstehende der Kirche, begeistern und näher an Glaube und Kirche heranführen können. Hier wollen wir auch als Eibensteiner weitermachen, wo unser Joachim sein Werk beenden musste,und so werden wir das Biker-Fronleichnam für die Biker-Gemeinschaft weiter ausrichten.